Gemeinsam mit der Grünen Ratsfraktion Haltern am See haben wir das ehemalige WASAG-Gelände besucht – Ein Ort mit bewegter Geschichte
Von 1898 bis 2018 wurden auf dem Gelände Sprengstoffe produziert, vor allem für den Bergbau. In den Weltkriegen war es zudem Rüstungsbetrieb. Seit der Stilllegung 2018 findet keine Produktion mehr statt. Das Gelände gehört seit 2019 dem Kreis Recklinghausen und umfasst 210 Hektar, davon 102 Hektar eingezäuntes Werksgelände.
Besondere Gebäude, besondere Topographie
Beeindruckt hat uns die ungewöhnliche „Architektur“ des Areals. Sie folgt vollständig der früheren Produktion: kleinteilige Gebäude, große Sicherheitsabstände, Splitterschutzwälle und Erdüberdeckungen. Über 140 Gebäude und technische Anlagen sind erhalten, 47 davon könnten denkmalwürdig sein. Zusammen mit der besonderen Topographie macht das den Reiz dieses Geländes aus. Wie viele Gebäude sich tatsächlich erhalten lassen, ist Gegenstand laufender Gespräche.
Moore bleiben erhalten
Auf den übrigen 108 Hektar liegen Wald und Moorflächen, darunter das Naturschutzgebiet „WASAG-Moore“ mit seltenen Arten. Wir begrüßen ausdrücklich, dass die umgebenden Moore erhalten bleiben und nur ein Teil des Geländes einer Nachnutzung zugeführt wird. Auf dem Gelände haben sich inzwischen auch Mufflons und Rotwild angesiedelt.
Wie geht es weiter?
Der Kreis verfolgt ein Konzept aus städtebaulicher, ökologischer und energetischer Nachnutzung, mit Gewerbe, Umweltwirtschaft und erneuerbaren Energien. Aktuell laufen unter anderem die Altlastensanierung und die Erschließungsplanung.

„Aus unserer Sicht sollte die Nachnutzung die schützenswerten Gebäude und die besondere Topographie berücksichtigen.“
Nina Wulbrand, Fraktionsvorsitzende
Wir sind gespannt, was aus diesem außergewöhnlichen Gelände wird, und werden die Entwicklung weiter aufmerksam begleiten.
Mehr Information:
Stadt Haltern am See – Umwelt und Energiecampus WASAG
AAV – Sanierung mit Zündstoff
BKR Aachen – Rahmenplan WASAG