Hitzesommer – in der Bio-Landwirtschaft

Gespräche über die Folgen des Hitzesommers

Wir sprechen mit Menschen und Institutionen aus dem Kreis Recklinghausen darüber, was der diesjährige Hitzesommer bei ihnen verursacht hat – und wie sie sich auf die nächste Hitzeperiode vorbereiten. Den Auftakt macht ein Besuch, der uns besonders am Herzen lag: Roland und Maya haben mit Theo Schürmann gesprochen, einem der ersten Bio-Landwirte in Recklinghausen.

Zu Besuch auf dem Bioland Hof

Theo hat sich Zeit genommen und uns über seinen Hof geführt – vom Kartoffelacker bis zur höchsten Stelle seines Grund und Bodens – Monte Theo, der 77 m über dem Meeresspiegel liegt und von dem aus man einen weiten Blick über die Felder hat – kein Wunder, dass es sich hier um Theos Lieblingsplatz handelt. Schon beim Rundgang wurde klar: Der Sommer 2026 hat auch an diesem Betrieb deutliche Spuren hinterlassen.

Die Kartoffelernte fällt in diesem Jahr auf dem Acker mager aus. Auch auf der Wiese sieht es nicht besser aus: Das Gras ist kaum gewachsen, und von dem, was jetzt noch steht, lässt sich vielleicht gerade ein bisschen Silage machen.

Nicht Jammern, sondern Anpacken

Was im Gespräch besonders auffiel: Theo ist kein Mensch, der jammert. Stattdessen versucht er, aus jeder Situation das Beste herauszuholen. Für ihn ist klar: Menschen müssen Verantwortung für ihr eigenes Tun übernehmen – statt sich nur zu beklagen. Diese Haltung zieht sich durch sein gesamtes landwirtschaftliches Wirken.

Für Theo bedeutet Zukunft:

„Man darf nicht nur für sich selbst schauen – man muss auch in die Zukunft blicken und für seine Kinder mitdenken. Und selbst der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.“

Ein Pionier mit Geschichte

Theo zählt zu den ersten Bio-Landwirten in Recklinghausen. Bereits Anfang der 1980er-Jahre entschied er sich, seinen elterlichen Hof nicht konventionell weiterzuführen, sondern auf biologische Landwirtschaft umzustellen – zu einer Zeit, in der es diesen Ansatz in der Region noch kaum gab.

Auch beim Thema erneuerbare Energien war Theo seiner Zeit voraus: Er errichtete das erste Windrad der Region auf dem Gelände seines Hofes – ein Projekt, das er gemeinsam mit rund 170 Menschen realisierte, die sich finanziell daran beteiligten. Ein mutiger Schritt, der zeigt, wie früh Theo bereit war, neue Wege zu gehen, wenn er von einer Sache überzeugt war.

Nicht zuletzt ist Theo Gründungsmitglied der Grünen in Recklinghausen – sein Engagement für ökologische Landwirtschaft und Klimaschutz zog sich schon immer durch sein gesamtes Handeln – weit über den eigenen Hof hinaus.

Der Hof geht weiter

Aktuell befindet sich der Betrieb in der Übergabephase: Theos Sohn Silas und dessen Lebensgefährtin werden den Hof, der seit 1860 im Familienbesitz ist, in Zukunft übernehmen und weiterführen. Ein Generationswechsel, der auch die Frage aufwirft, wie sich ein Bio-Betrieb wie dieser für kommende Hitzesommer aufstellen muss.

Blick nach vorn: Wie sich der Hof wappnen kann

Für kommende Hitzeperioden könnte ein Umdenken bei der Bepflanzung ein wichtiger Baustein sein: Widerstandsfähigere, klimaangepasste Sorten, die mit weniger Wasser auskommen, könnten helfen, Ernteausfälle wie in diesem Jahr künftig abzufedern. Ein Thema, das nicht nur Theos Hof, sondern die gesamte Landwirtschaft in der Region in den kommenden Jahren beschäftigen dürfte.

Weitere Informationen:
Theos Farm